Burzum
NEWSBIOGRAPHYDISCOGRAPHYPHOTOSLIBRARYDOWNLOADSCONTACTS

LIBRARY

Burzum: Det Som Engang Var
Interview mit Varg Vikernes
"Ablaze" Magazin (¹2, Dezember 2007)
Hagen von Tronje und Kris Boehmunde

Ablaze Magazin Decken (2007)

Burzum, diese Band kennt jeder, der sich auch nur flüchtig mit dem Black Metal befasst. Diese Band hat neue Maßstäbe gesetzt, viele Menschen beeinflußt und großen Widerstand hervorgerufen. Doch es geht bei Burzum nicht allein um Musik. Denn die Band ist Bestandteil eines größeren Plans, ist nur ein Medium ihres Schöpfers... Varg Vikernes, der Mann, in den Sehnsüchte, Hoffnungen und Befürchtungen projiziert werden. Das Profil dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit auszuleuchten oder wenigstens zu erhellen, war nun der Grund für eine Kontaktaufnahme im Jahr 1999. Damals sah es noch ganz danach aus, als könne Varg drei oder vier Jahre später entlassen werden. Doch durch seinen Fluchtversuch im Jahr 2001 hat er diese Chance aus Gründen, die wohl nur er selber nachvollziehen kann, zunichte gemacht. Jetzt scheint eine Entlassung erst im Jahr 2008 möglich zu sein - und Varg möchte danach weiterhin Musik veröffentlichen, wie er unlängst zu Protokoll gegeben hat... Doch nun zurück ins Jahr 1999!


***

Varg Vikernes macht es seinen Fans und Feinden nicht leicht. Als der junge Christian Vikernes, nach mehreren Versuchen in anderen Bands (Old Funeral, Satanel, Uruk-Hai), im Jahre 1991 den Entschluß zur Gründung von Burzum (dieser Begriff ist der künstlichen Sprache von J.R.R. Tolkien aus dem "Herr der Ringe" entlehnt und steht für Finsternis, Dunkelheit) faßte, da konnte noch niemand, auch er nicht, vorausahnen, welcher Mythos für die Musikwelt und zugleich welche Tragik für sein eigenes Leben daraus erwachsen würden. Was seitdem geschah, wurde bereits in zahlreichen Artikeln. Filmen und Büchern erläutert und soll hier nur noch kurz skizziert werden: Christian nannte sich offiziell in Varg (norwegisch für Wolf, steht in seiner alten Bedeutung aber für "Verbrecher, Verbannter") um und legte sich kurzzeitig das Pseudonym Count Grishnackh (ebenfalls aus dem "Herr der Ringe" entnommen) zu. Mit Burzum spielte er damals vier Alben und ein Mini-Album ein, welche den jungen, neuen und wilden Black Metal nachhaltig musikalisch prägten und spirituell beeinflussten. Aber nicht nur als Musiker war Varg damals aktiv. Er engagierte sich auch im "Krieg gegen das Christentum" in Norwegen und Schweden. Schon damals wurde er in der etablierten Musikpresse einhellig als "gefährlicher Irrer" abgestempelt. Schließlich kam es zu einem erbitterten Konflikt und Todeskampf mit seinem Rivalen Øystein Aarseth von der Band Mayhem. Varg wurde zur höchstmöglichen Strafe von 21 Jahren verurteilt und sitzt seit August 1993 in diversen norwegischen Haftanstalten ein. Seinen Aktionismus konnte das Gefängnis nicht bremsen. Zwei weitere, dieses Mal aber "unmetallische" Burzum-Alben wurden per Computer und Synthesizer aufgenommen und veröffentlicht. Nicht nur die Musik, auch die Gesinnung von Varg schien sich zu wandeln. Aus dem "irren Satansjünger" wurde nun, in den Augen der "(ver)öffenllich(t)en Meinung", der nicht minder "irre Neonazi". Viele Fans seiner Musik schüttelten den Kopf über den vermeintlichen "braunen Unsinn", der in Vargs' Kopf eingezogen sei. Gerüchte machten die Runde, scheinbare Widersprüche wurden entdeckt und intensiv diskutiert, Boykotte hat man gegen die Veröffentlichungen von Burzum erlassen und die "politisch korrekten" Zeitgenossen waren sich schnell einig im vernichtenden Urteil über Vargs' Persönlichkeit.

Der Mann aber, um den es geht, konnte sich lange Zeit nicht öffentlich äußern. Man zensiert seine Kontakte zur Außenwelt und isoliert ihn, wohl je nach Lust und Laune, in den Haftanstalten. Wo etablierte "Musikpresse" es aber auch nicht wagt, den "Urheber allen Übels" zur Sprache kommen zu lassen, muss das "Ablaze" natürlich eine Ausnahme machen. Deshalb wurde der norwegische "Staatsfeind Nummer I" zu vielen Punkten befragt, die sicherlich eine Erklärung von seiner Seite gebrauchen können und dem geneigten Leser etwas mehr von der Gedankenwelt des Varg Vikernes vermitteln sollten...

Vor vielen Jahren ist das zweite Album in einer Burzum-Trilogie erschienen, nämlich "Hliðskjálf". Einmal mehr wurde dieses Album wunderschön aufgemacht und kann mit einer ergänzenden (deutschen) Erzählung zu jedem einzelnen Lied aufwarten. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß jedes Element dieses Albums aufeinander abgestimmt ist, um ein ganzheitliches Kunstwerk zu erschaffen (in Bild, Sprache und Musik). Möchtest Du unter den Hörern Deiner Musik eine bestimmte Botschaft verbreiten?! "In der Tat", gibt Varg zur Antwort, "ist es mein Ziel, eine bestimmte Botschaft zu verbreiten. Wir brauchen etwas heidnisches Licht in all der hebräisch-christlichen Dunkelheit dort draußen, um unsere Eurozentrische Jugend inspirieren und ihre Augen öffnen zu können - ja, um sie auf ihren Weg heim nach Walhalla geleiten zu können!" Man darf aber nicht dem Irrtum verfallen, Varg würde mit plakativen Parolen hausieren gehen. Seine Botschaft ist subtil, tiefsinnig und hintergründig und dadurch umso wirksamer!

Allerdings ruft diese Botschaft, wie bereits erwähnt, auch Irritation und Ablehnung hervor. So wollen viele Musik-liebhaber zwar gerne den Kompositionen von Burzum lauschen, mit den lyrischen und spirituellen Aussagen dahinter aber nicht in Berührung kommen. Dadurch kommt es oftmals zu einer schizoiden Betrachtungsweise von Varg. Als Komponisten schätzt man ihn, aber als Mensch will man ihn verachten. Wie fühlt sich Varg in dieser Rolle des unverstandenen Musikers?! "Manche Menschen begreifen die Botschaft, andere Menschen aber nicht. Dennoch, jene welche die Botschaft nicht wahrnehmen wollen, unterstützen uns wenigstens ökonomisch", sieht Varg es ganz pragmatisch. Denn "es ist gleichgültig ob sie die Botschaft mögen oder nicht, oder ob sie mich verachten für meine Taten, so lange wie sie meine Alben kaufen. Dadurch unterstützen sie uns indirekt, ob sie es nun mögen oder nicht".

Nun, es kommt oftmals auch vor, daß man Varg seine Botschaft einfach nicht abnehmen will. Man kann seine angebliche Entwicklung vom "Satanisten zum Neo-Nazi" nicht nachvollziehen und wirft Varg vor, er würde nur jedes Extrem, egal ob religiös oder ideologisch motiviert, für ganz banale Zwecke-nämlich einer gesteigerten Popularität-ausnutzen. Dabei verweist man gerne auf scheinbare Bruchstellen in Vargs' Vergangenheit. Dennoch wird eine solche oberflächliche Betrachtungsweise dem Menschen Varg Vikernes nicht gerecht. Erst einmal kann eine außenstehende Person niemals mit Gewißheit sagen, was in anderen Menschen vorgeht und welche Motive sie antreiben. Außerdem ist kein Mensch frei von Widersprüchen. Varg greift dieses Thema auch gerne auf und erklärt sich folgendermaßen:

"Ich verstehe ja, dass manche Leute einfach unfähig dazu sind, mich, meine Vergangenheit und meine Motive zu verstehen - aber nur deshalb, weil sie einfach ignorant gegenüber den Fakten sind!", so legt Varg los. Er breitet nun die Faktenlage aus. "Erstens, es gab niemals eine Entwicklung vom Satanismus hin zum Nationalsozialismus das kann ich beweisen. Du mußt nur meine Freunde aus der Kindheit befragen. Schon damals wußte ich, für was mein Herz schlägt. Ich war erst zwölf Jahre alt, als ich damit begann Explosivstoffe und Pistolen (6,5 mm Krag-Jørgensen) zu stehlen, um mich auf die Revolution vorzubereiten. Das einzige Objekt, dem ich jemals religiöse Gefühle entgegengebracht habe, war ein SS-Stahlhelm, den ich mit 15 Jahren von einem Freund gekauft habe. Natürlich weiß darüber kaum jemand Bescheid. Auch wissen sie nicht, dass ich im Jahre 1991 beschuldigt wurde, eine Briefbombe an eine israelische Band geschickt zu haben, damit diese sich aus der Metal-Szene entfernen würden. Der Konflikt zwischen norwegischen und schwedischen Bands im Jahre 1992 entstand dadurch, weil die schwedische Death Metal-Band einen Farbigen im Line-up hatte. Deshalb warf ich dieser Band vor, sie würde nicht den wahren Prinzipien der Szene folgen". Tatsächlich kennt ein Insider all diese Informationen schon seit vielen Jahren. So entsinnt man sich an Gerüchte aus dem Jahre 1992, wonach alle ausländischen Kontaktpersonen von Varg mit Interpol-Maßnahmen rechnen müßten, weil man im Zuge der Briefbomben-Affäre auch das Adressenbuch von Varg beschlagnahmt hätte. Nun ja, bei dem Verfasser dieser Zeilen war Interpol deswegen bis heute nicht... :) Aber lassen wir Varg fortfahren mit seiner autobiographischen Erzählung. "Im Jahre 1993 zeigte eine der größten norwegischen Tageszeitungen Bilder aus einem Proberaum in Oslo, wo man eine deutsche Kriegsflagge an der Wand mir zugeordnet hat... (es handelt sich dabei um die Reichskriegsflagge des 12-jährigen Reiches, welche bis heute im Proberaum von Mayhem hängt)... noch früher in diesem Jahr, 1993 wurde ich durch meine Label VoW (Voices Of Wonder, das Mutterlabel von Deathlike Silence Productions) unter Druck gesetzt, weil in den Zeitungen über mich als "Nazi" berichtet wurde. Alle diese Vorfälle sollten belegen, dass meine sogenannte "rechte Einstellung" nun wirklich nichts Neues für mich ist - und das ist auch wohlbekannt, oder sollte es jedenfalls sein, in Norwegen". Die meisten Anwürfe kommen ja auch aus Deutschland, welches bekanntlich einige Kilometer von Norwegen entfernt liegt... da scheint die Distanz wohl auch das Wahrnehmungsvermögen zu trüben! "Es gibt auch noch einige kleinere, unbekannte Delikte, bei denen ich unter Anklage stand. Dazu gehören das Verprügeln eines Homosexuellen im Jahr 1993, das Zerschmeißen der Fensterscheiben im Hause eines sogenannten "Anti-Rassisten" im selben Jahr und, ebenfalls im Jahr 1993, das Tragen eines Trägerhemdes mit "rassistischen Slogan" ("Save the White Race") in Oslo - was aber an und für sich bei uns nicht strafbar ist". Varg hat einige Einträge im Sündenregister vorzuweisen. Ob nun jugendlicher Übermut oder sträflicher Leichtsinn dafür verantwortlich sind, dass er so oft mit der Staatsgewalt zu tun hatte, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls handelt es sich dabei tatsächlich nicht um angeblich typisch satanistische Delikte wie bspw. Grabschändung, Tierquälerei oder Drogenmißbrauch. "Freilich, alle diese Dinge beweisen unterm Strich gar nichts", gesteht Varg freimütig ein, "aber jeder sollte jetzt verstehen, dass die Anschuldigungen, ich sei "plötzlich zum Nazi geworden", vollkommen lächerlich sind. Immerhin, ich verstehe weshalb einige Leute sich so über mich verwundern, weil sie weder mich noch meine Vergangenheit kennen - sie kennen allein die Version meiner Gegner, welche überall verbreitet wird". In dieser Version sieht es so aus, als würde Varg seine religiöse/politische Gesinnung so schnell und oft wechseln wie die Models ihre Kleidung. Gegen solche Behauptungen wehrt Varg sich vehement: "Weiterhin war es so, dass ich, nachdem ich durch meine offenherzigen Bekenntnisse im Jahre 1993 von meinem alten Label quasi gefeuert worden bin, die "Ratschläge" meines neuen Label zur "Zurückhaltung" angenommen habe. So verwendete ich andere Begriffe, um meine Lebensphilosophie zu umschreiben, eben aus der Angst heraus, ich könnte erneut meinen Vertrag verlieren. Ich verwendete Begriffe wie "Elitist", "Pangermanist" und einmal sogar "Faschist". Nach einer Weile bemerkte ich aber, wie dumm dieses Verwirrspiel eigentlich ist, und ich ignorierte die Drohungen meines Labels. Mein Label bereitete mir viel Ärger als ich in Interviews freimütig bekannte: Ja, ich bin ein nationaler Sozialist, aber nach einiger Zeit gaben sie es auf, mich deswegen zu behelligen. Leider hat diese Phase auch zu einiger Verwirrung über meinen Standpunkt beigetragen, und man warf mir vor, ich würde mir ja selbst widersprechen. Aber wirklich, ich bin bei meiner Meinung immer geblieben. Ich habe nur andere und unterschiedliche Worte benutzt, um dieselbe Sache zu benennen". An dieser Stelle möchte ich einflechten, dass die hämischen Kommentare über Vargs' scheinbare "Widersprüchlichkeit" einfach nicht nachvollziehbar sind. Wie leicht und bequem ist es doch in dieser Welt, sich keine eigenen Gedanken zu machen sondern sich einfach nur der vorgegebenen Meinungsschablonen zu bedienen. Damit kann man ein gesellschaftskonformes Leben führen und sich dennoch einbilden, die angeblich "eigene" Meinung sei das Maß aller Dinge. Aber wie verdammt schwer und leidvoll es ist, sich einen anderen, nonkonformen und damit zudem gesellschaftlich geächteten Standpunkt zu erarbeiten, mit dem man eine Meinung vertritt, die nicht gerne gehört und eventuell sogar strafrechtlich verfolgt wird, können wohl auch viele Leser des "Ablaze" aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Deshalb sei jedem Freigeist, der sich, und sei es auf Irr- und Abwegen, ein eigenes und schlüssiges Weltbild erarbeitet hat, Hochachtung gezollt!

Gerade auf der Phase seines "Satanismus" reiten Vargs' Gegner gerne herum. Varg erklärt sich: "Als ich den Begriff "Satanismus" verwendete, und zwar während einer Phase 1992 und im Januar 1993, da tot ich es nur um zu provozieren und meine negative Einstellung gegenüber dem Christentum zu unterstreichen. Wenn ich heute als "Satanist" oder "Ex-Satanist" bezeichnet werde, dann ist das sehr unfair. Denn selbst wenn ich diesen Begriff für einen kurzen Zeitraum verwendet habe, so war ich doch niemals ein praktizierender "Satanist". Das ist ein großer Unterschied und ich begreife nicht, wie irgend jemand das nicht sehen kann. Was nun meine angebliche Entwicklung vom "Satanisten" zum "Neo-Nazi" anbetrifft, so ist diese Sichtweise einfach falsch. Ich war niemals ein "Satanist", dafür war ich aber immer ein nationaler Sozialist!"

Nun, abgesehen von Fehlinterpretationen seines biographischen Hintergrundes, muß Varg sich in letzter Zeit, auch und gerade von seinen alten Fans, viel Kritik an so mancher seiner Äußerungen gefallen lassen. Heftigen Widerspruch löste Vargs' Kommentar aus, dass "alle Metal-Musik einen negroiden Hintergrund besitzt". In Anbetracht der Black Metal-Vergangenheit von Burzum und Varg, trägt ein solcher Ausspruch mit Sicherheit auch zu dem bereits geschilderten Unverständnis über seine Gedanken und Motive bei. Alles Absicht oder einfach nur dumm gelaufen?! "Ich glaube tatsächlich, dass alle Metal-Musik eigentlich fremd ist für unseren Nordischen Geist, und deshalb habe ich damit aufgehört, Metal-Musik weiterhin zu spielen", berichtet Varg. Nun, darüber sollte man geteilter Meinung sein! An dieser Stelle soll nur der Hinweis erfolgen, dass es für Varg auch praktisch unmöglich ist, weiterhin Metal-Musik zu spielen: ihm fehlen dafür die tatsächlichen Voraussetzungen... und deshalb wurde diese Äußerung wohl nicht zu Unrecht als eigentlich überflüssige Alibi-Rechtfertigung für den erfolgten Bruch in der musikalischen Linie von Burzum empfunden. Aber Varg beharrt darauf: "Ich finde es eben nicht widersprüchlich, wenn man mit etwas aufhört, von dem ich (nach einer Weile) bemerkte, dass es falsch gewesen ist". Zwar hat Varg auf seinen alten Alben auch schon instrumentale Keyboard-Stücke verwendet. Diese erreichten aber nicht die Qualität seiner Black Metal-Lieder, durch welche ja erst das Faszinosum Burzum enstanden ist. "Wie auch immer", fährt Varg fort, "ich verstehe, dass nicht alle Metal-Musik auch in allen Teilen fremdartig ist. Wenn die Botschaft der Musik gut ist, wie die Botschaft einiger weniger Black Metal-Bands und vieler Viking-Metal oder WP-Bands es ja ist (was ich vermute), dann ist es wirklich nicht schlecht. Dennoch, ich betrachte solche Musik eben nur als zur Hälfte "gut". Na, so ganz unkommentiert soll das freilich nicht stehenbleiben. Genauso wenig, wie allein die Genetik über den Wert eines Menschen entscheidet, kann doch Metal-Musik nicht allein aus dem Grund verdammt werden, weil die Afroamerikaner den Blues erfunden haben - und sich daraus, über viele Umwege, auch der Metal einst entwickelt hat. Vielmehr sollte doch im Vordergrund stehen, welche Musik für welche Gruppe von Menschen als beste Ausdrucksform geeignet ist. Die Afroamerikaner sind im Rap die Königsklasse, weil sie sich mit dieser Musik am besten ausdrücken und identifizieren können. Der Metal hingegen, erst recht der Black Metal, ist die Domäne der Eurozentrischen Jugend. Gerade diese Musik versteht es perfekt, die nordische Geistes - und Seelenlandschaft in Melodie und Lyrik zu transformieren, von der sich ausschließlich die Eurozentrische Jugend angesprochen fühlt. Auch Varg hat einst darum gewußt und dieses künstlerische Medium auch bravourös eingesetzt. Aber heute sieht er das anders... "99% unserer Jugend hört allein fremde Musik, und um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, verstehe ich die Notwendigkeit, eben diese Musik zu spielen. Wenn man das tut, und diese Musik mit WP-Lyrik kombiniert, dann können die Bands viele Jugendliche Zuhörer erreichen und "erleuchten" Wenn sie aber "erleuchtet" sind, dann sollten sie damit beginnen, sich der eigentlich nordischen Musik zuzuwenden (klassische Musik, Märsche, Folklore und so weiter)". Sicher, ein Exkurs durch die klassische Musik kann jedem "Ablaze"-Leser nur ans Herz gelegt werden, aber niemand wird sich freiwillig auf allein solche Musik beschränken wollen. Es bleibt reine Spekulation, ob Varg unter anderen Umständen auch zu diesen "Einsichten" gekommen wäre... bewiesen hat er damit jedenfalls, dass er immer wieder für eine Überraschung gut sein kann.

Spätestens seit seinem Bekenntnis zu einem "politischen Heidentum" ist Varg zum "roten Tuch" für die Fraktion der Gutmenschen geworden. Aber nicht nur linksdrehende Geister scheiden sich an Vargs' Definition des Heidentums. Auch aus den Reihen der Asatrú (isländisch für "Ergebenheit gegenüber den Asen") Gläubigen erntet Varg teilweise heftige Kritik an seiner Weltanschauung. Nun ist der Grund für diese Kritik aber nicht etwa, dass man Varg eine "Rechtgläubigkeit" in heidnisch-germanischer Religion absprechen könnte. Nein, vielmehr kritisiert man die Vermengung von Politik mit Religion, weil es in diesem Jahrhundert zu einem Mißbrauch der heidnischen Symbolik und Motive durch die Staatspolitik gekommen sei. Deshalb müsse nun jeder Neu-Heide auch einen Abstand zur Politik bewahren. Varg kann über solche kleingeistigen Dogmatiker aber nur lachen. "Jeder Heide", so ruft er aus, "der Heidentum nicht mit Politik verbinden will, ist entweder ein Feigling oder er/sie weiß gar nicht, um was es im Heidentum eigentlich geht". Denn "das althochdeutsche Wort GUDIJA, norwegisch GODI, meint nicht etwa "Priester" oder "Häuptling", sondern es meint "Priester" und "Häuptling"! Das Stammesoberhaupt hatte die Rolle sowohl eines Priesters als auch eines Häuptlings inne, weil unsere Vorfahren nun einmal nicht zwischen Religion und Politik unterschieden. Was nützt denn die Religion, wenn man sie politisch nicht verwenden kann?!" Man stelle sich nur vor, welcher Friede auf Erden herrschen täte, wenn bspw. die Christen sich allein auf das Beten beschränkt hätten! Gerade in diesem Glaubensgebilde sind Religion und Politik ja miteinander verschmolzen. "Heidentum ist völkischer Sozialismus, in einer alten Form; und wenn man das Heidentum von Politik "sauber halten" will, dann mutet das genauso dumm an wie der Versuch, etwa einen völkischen Sozialismus von Politik reinzuhalten".

Man muß sich wirklich die Frage stellen, ob das Widerstreben so mancher "rechtschaffener" Neu-Heiden gegenüber der Politik nicht allein auf jener Tatsache basiert, dass das Heidentum im letzten Deutschen Reich eine so große Rolle spielte und heutzutage dementsprechend verfemt wird. Durch Anbiederung an den "Zeitgeist" versucht man deshalb, "sein eigenes" Heidentum vor Angriffen aus dem "politisch korrekten" Lager zu schützen. Solch ein Versteckspiel hat Varg allerdings nicht nötig. Er weiß genau, wovon er spricht, als er erklärt: "Der Schwarze Orden hat die alte Germanische Religion, unser Heidentum, damals erforscht, weil sie darum wußten, dass dieses Heidentum jenen reinsten und ursprünglichsten Germanischen Geist verkörpert, den sie als natürlichen Bestandteil ihrer Staatspolitik wiederbeleben wollten. Dieser Schwarze Orden war der neue Germanische Adel, und seine Rolle sollte es sein, sowohl politische als auch religiöse Führer zu stellen - genauso, wie es einst bei den antiken GUDIJA der Fall gewesen ist!"

Wovor andere Menschen gerne die Augen verschließen, da besitzt Varg den klaren Durchblick. Ihn bewegen nun einmal keine falsche Scheu und Rücksichtnahme. Kein germanischer Neu-Heide kann jemals ein erfülltes religiöses Dasein fuhren, wenn er sich durch gesellschaftliche Tabus und einen "politisch korrekten Zeitgeist" einschränken lässt. Auch den von vielen "unpolitischen" Neu-Heiden vorgebrachten Hinweis, der letzte Kanzler des Deutschen Reiches hätte sich immer wieder abfällig über die "Wotans-Gläubigen" geäußert und sei in Wahrheit doch auch nur ein Christ gewesen, wischt Varg beiseite. "Das Christentum, und andere Religionen, sollten nur in einer Zwischenphase akzeptiert werden", führt er aus. "Nach dieser kurzfristigen Phase hätte man sie durch unseren Germanischen Glauben, Asatrú, ersetzt".

So kompromisslos, wie Varg mit seiner Auffassung gegen Irrtümer und Vorurteile angeht, hat er sich auch in der Frage der Wahl der Mittel beim "Krieg gegen das Christentum" verhalten. Die Kirchenfeuer sind zumindest in Skandinavien mittlerweile Vergangenheit und zu einer Legende in Black Metal-Kreisen geworden. Brandstifter von einst, mit ihren Black Metal-Bands nun kommerziell sehr erfolgreich, erkennen plötzlich keinen Sinn mehr in ihren Taten. Sie meinen, dass die Kirchenfeuer lediglich dem Christentum geholfen und ihnen selbst geschadet hätten, weil die Sympathie der Bevölkerung natürlich mit jenen christlichen Gemeinden war, denen die Flammen plötzlich das Gotteshaus geraubt hatten. Varg steht als mit seiner Befürwortung der Kirchenfeuer recht alleine da, zumindest in seiner norwegischen Heimat. Er bleibt aber bei seiner Meinung und bezweifelt sogar, dass die erwähnten Brandstifter den Sinn ihres Handelns überhaupt jemals begriffen hätten. "Ich denke nicht, dass die Kirchen-Brandstifter wirklich verstanden, was sie getan haben oder warum sie es getan haben", lässt er sich ein. "Wenn man diesen Umstand bedenkt, dann ist es natürlich sehr schwer für sie, ihre Taten heute noch richtig zu beurteilen. Tatsächlich ist es so, dass alle Musiker, welche man für Brandstiftungen verurteilt hat, behaupteten, ich hätte sie dazu angestiftet oder sie wären mir einfach gefolgt (nebenbei bemerkt, dadurch wurde ich auch wegen diverser Brandstiftungen verurteilt sie sagten dass ICH es getan hatte, und sie nur dabei gewesen seien)". In der Tat haben jene Musiker (u.a. von Emperor und Hades), welche man dann für Brandstiftungen verurteilt hat, nicht gezögert, die Schuldzuweisungen vor Gericht an die Adresse von Varg weiterzuleiten. "Was nun meine Motive anbetrifft" erzählt Varg weiter, "wegen denen ich diese Kirchenfeuer unterstütze, so denke ich dabei an Psychologie. Die historische Wikinger-Ära begann am 6. Juni 793, als die Wikinger, von Hordaland aus Norwegen kommend, ein Kloster in England attackier ten. Damit begann die Antwort auf jene Eroberungen des fränkischen Königs, mit denen er die Sachsen gewaltsam bekehren bzw. christianisieren wollte. Denn 772 wurde durch die Franken die Irminsul, das Zentralheiligtum der Sachsen, zerstört. (Die Irminsul ist ein Heiliger Baum, dem Donar geweiht. Irminiaz ist ein Name für Donar, und Sul bedeutet Säule). Als dieses Sakrileg geschah, war ganz Skandinavien geschockt. Wir verstanden, dass wir als die Nächsten bei der Christianisierung an die Reihe kommen würden, wenn wir nicht unverzüglich zurückschlagen könnten. Dieser Angriff auf England ist der erste, aufgezeichnete Angriff durch Wikinger. Natürlich war es nicht der erste Angriff und tatsächlich richteten sich 80% aller Angriffe direkt gegen Frankreich, die Heimat der Franken und ihres christlichen Königs". Dieser Interpretationsansatz ist durchaus nachvollziehbar, auch wenn Historiker bisher eine religiöse Motivation bei den Wikinger-Überfällen ausgeschlossen haben. Dennoch muss auch die Geschichtsschreibung zugeben, dass die attackierten Klöster und Kirchen nicht nur geplündert, sondern auch systematisch zerstört wurden... Varg leitet nun über zur jüngsten Vergangenheit. "Der 6. Juni 793 ist also ein historisches Datum, dass diesen verzweifelten Kampf symbolisiert, und dadurch wird erklärbar warum die Fantoft-Stabkirche in Hordaland am 6. Juni 1992 niedergebrannt worden ist. Dies war die Einleitung der zweiten Wikinger-Ära, in der wir uns zurücknehmen, was uns gehört".

In Vargs' Denken gibt es nur den Kampf die Konfrontation. Kein feiges Arrangement, keine faulen Kompromisse. "Die Brandstiftungen haben einen Wechsel in der Geschichte markiert. Seitdem werden die monotheistischen Religionen systematisch aus Europa hinausgeworfen. Wir sollen ihre Tempel auf unserer heiligen Erde nicht länger tolerieren. Indem wir unseren Widerstand demonstrieren, werden wir den Widerstandsgeist in unseren Völkern entfachen". Varg denkt gerne in historischen Dimensionen und sieht sich als Bestandteil eines uralten Schicksalskampfes. Das hat ihm den Vorwurf eingebracht, er neige zur Selbstverherrlichung und überschätze seine Bedeutung. Spricht aus einem solchen Vorwurf aber nicht der Neid des Kleingeistigen, der sich vor großen und freien Denkern, wie Varg mit Sicherheit einer ist, nur fürchtet?! Jedenfalls macht Varg nicht den Eindruck, als würde er "banale Taten" im Nachhinein verklären wollen. Vielmehr liefert er durchaus nachvollziehbare Erklärungsansätze. "Wenn ich auf den historischen Zusammenhang hinweise, habe ich dadurch natürlich nur einen von vielen Gründen angesprochen", fährt er in seinem Bericht fort. "Denn 80% jener Kirchen, die während des Mittelalters in Europa gebaut worden sind, stehen auf den Ruinen unserer eigenen heidnischen Tempel, Grabhügel, Heiligen Steinkreise und anderer heiliger Plätze, an denen wir unser Leben und unsere Tradition zelebrierten. Das bedeutet aber, dass wir von allen archäologischen Hinweisen auf unsere alten Riten abgeschnitten sind. Der Schwarze Orden versuchte diese Riten wiederzubeleben, indem man unseren Germanischen Glauben rekonstruieren wollte. Denn die Christen haben systematisch unser heidnisches Erbe zerstört und uns mit einer verstümmelten Tradition zurückgelassen. Wir müssen viel davon rekonstruieren und zu rückfordern! So lange, wie die Kirchen auf unseren heiligen Boden stehen, sind wir von einer sehr wichtigen archäologischen Quelle abgeschnitten. Deshalb sage ich, wir müssen sie von diesem Boden vertreiben. Sinngemäß natürlich...! Wenn sie ihren monotheistischen Glauben praktizieren wollen, dann können sie damit doch in ihr geistiges Heimatland gehen. Europa gehört mm einmal den Europäern und damit auch den Europäischen Religionen. Wie der letzte Kanzler des Deutschen Reiches einmal sagte: "Es gibt kein deutsches Christentum". Man ist entweder Deutscher oder Christ".

Man merkt schon, Varg hat viel zu erzählen und ein Bedürfnis danach, sich mitteilen zu können. Deshalb hat er auch zwei Bücher in seiner Haftzeit geschrieben, davon ist ein Buch, das "Vargsmål" (norwegisch für "Lied des Wolves"), bereits erschienen (allerdings bisher nur in Norwegisch). Man fragt sich, wie Varg die Wirksamkeit von Büchern in einer Gesellschaft einschätzt, die sich doch mehr und mehr auf das Fernsehen konzentriert. "Das "Vargsmål" hat nicht viel in Norwegen verändert", gibt Varg zu. Aber er "weiß, dass viele es gelesen haben, nachdem sie es aus dem Internet heruntergeladen haben. Mit der Zeit, so denke ich aber, werden Bücher wie das "Vargsmål" ihren Einfluss ausüben. Es wurde hauptsächlich für Norweger geschrieben, aber andere Menschen werden es wahrscheinlich auch interessant finden. Man übersetzt es gerade in Schwedisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch, und wir haben bereits eine Dänische Übersetzung. Danach werden wir das Buch auch in diesen Sprachen veröffentlichen". In der Prä-TV-Zeit haben Bücher noch eine sehr große Wirkung unter den Lesern entfaltet. Viele Menschen betrachte(t)en Bücher als bewußtseinsveränderndes Mittel. Rechnet auch Varg den Büchern eine solche Macht zu?! "Bücher können bewußtseinsverändernd, oder zumindest sehr inspirierend sein. Ich muß gestehen, dass ich wohl nicht der einzige Mensch bin, der durch Bücher inspiriert wird. Natürlich müssen Bücher überhaupt erst einmal gelesen werden, um irgendeine Kraft entfalten zu können. Zumindest in Europa scheint es noch einige Leser zu geben, das ist besser als gar nichts".

Wie erwähnt, ist ein neues Buch im Entstehen begriffen. Was kann Varg darüber berichten?! "Mein zweites Buch ist eine Übersicht über unsere "Germanische Mythologie und Weltanschauung". Es ist das Ergebnis von vielen Jahren der Forschung auf diesem Gebiet und ich bin sehr glücklich darüber, dass dieses Buch von der Allgermanischen Heidnischen Front direkt veröffentlicht wird, vielleicht in ca. sechs Monaten. Zuvor muss auch dieses Buch noch in alle relevanten Sprachen übersetzt werden".

Varg hat bereits die Allgermanische Heidnische Front erwähnt, eine Organisation, welche er zumindest indirekt mitbegründet hat. Denn aufgrund seiner Situation kann er keine aktive Rolle in dieser Organisation spielen. Da möchte man natürlich wissen, ob Varg diesen Umstand sehr bedauert bzw. wie er sich eine adäquate Rolle für sich selbst denn vorstellen würde?! "Natürlich", gesteht Varg, "würde ich gerne eine mehr aktive Rolle spielen, wenn auch nicht unbedingt eine leitende Rolle. Es gibt soviel, was ich für die AHF tun könnte, aber ich muss meine Passivität für den Moment akzeptieren. "Amor fati", meint er mit wohl doch bitterer Ironie, "liebe Dein Schicksal". Die AHF bzw. ihre nationalen Abteilungen in Island, Norwegen, Schweden, Dänemark, Holland, Flandern und Deutschland sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden. Doch wie schätzte Varg den Charakter der AHF ein?! "Ich glaube, dass die Heidnische Front eine starke revolutionäre Kraft innerhalb Germaniens sein kann. Wir werden viele Bücher veröffentlichen, wir werden weiterhin Musik veröffentlichen, wir werden auch unseren Einsatz im Internet fortführen und wir werden uns natürlich weiterhin darum bemühen, starke nordische Seelen zu erleuchten und zu vereinen. Wir werden sichtbar und aktiv sein auf allen Ebenen der Gesellschaft. Natürlich braucht das alles seine Zeit. Wir werden auch mehr oder weniger Erfolg dabei haben, aber wir werden den Versuch natürlich wagen. Wir haben den Willen, die Mittel und den Geist den es braucht, um erfolgreich zu sein". Wie man nun weiß, hat es entweder an dem Willen, den Mitteln, oder der erforderlichen Geisteshaltung gefehlt...

Was hat das alles denn noch mit Burzum und mit Musik zu tun, werden sich einige Leser vielleicht fragen. Aber es wurde bereits darauf hingewiesen, dass Varg Vikernes sich nicht auf die Rolle des Künstlers oder des heidnischen Aktivisten reduzieren lässt bzw. lassen will. Für ihn selbst gehört das alles, sein Leben und sein bisheriges Lebenswerk, zu einer überpersönlichen Mission. Dass er so gute Musik schreiben kann, erscheint ihm eher als Geschenk der Götter denn als Selbstzweck. Denn durch die Musik kann er auf einer anderen Ebene aktiv sein. Dieses Selbstverständnis musste wohl zwangsläufig auch wieder zu harter Kritik an seiner Person fuhren. Es sei ein "Mißbrauch der Kunst", wenn man diese in ein "ideologisches Korsett zwingt". Über die Frage, wieviel ideologische Einflußnahme auf den Hörer einem Künstler/Musiker nun an erlaubt sein darf, ist in der Black Metal-Szene ein großer Streit entbrannt. Will Varg dazu Stellung beziehen? "Ein "Mißbrauch der Kunst"?!", fragt er entrüstet. "Seit wann ist Kunst denn irgendetwas anderes als ein Medium für Agitation und Propaganda?! Wenn für einige Leute allein die Musik zählt, dann sind sie vielleicht nur zu dumm, um die Botschaft in erster Linie zu verstehen. Wir mögen ja nicht, was wir nicht verstehen. Lasst diese Narren also einfach nur die Musik genießen, und der Rest von uns kann eben eine noch andere Bedeutung in der Kunst entdecken".

Nun soll Varg einfach mal seine spontanen Gedanken zu folgenden Stichwörtern mitteilen:
  • Norwegen 1992-1999: Verwirrung, Ungewißheit und Verzweiflung. Eine sterbende "Kultur"
  • Neue Weltordnung: Etwas, dass wir verzweifelt brauchen.
  • Patriotismus: Volk & Vaterland, heidnische Tradition.
  • Black Metal in den Hitparaden: Tatsächlich?! Jedenfalls nicht in Norwegen.
  • Count Grishnackh: veraltetes Pseudonym welches ich 1992/1993 verwendet habe.


Zum Abschluss dieses interessanten Gespräches mit Varg ist natürlich die Frage nach seinen Zukunftsplänen angebracht. Doch wie, in Anbetracht seiner Situation, nicht anders zu erwarten, kommt hier sein fatalistischer Charakterzug einmal mehr zur Geltung: "Ich habe keine Pläne für Burzum, und meine eigene Zukunft ist so ungewiß wie zuvor". Varg glaubt eben daran, dass sein Schicksal nicht allein durch sein eigenes Handeln bestimmt werden kann. Bedenkt man die noch sehr lange Haftzeit, die vor ihm liegt, dann muss man aber auch die Schwierigkeit einsehen, unter diesen Umständen für die Zukunft planen zu wollen. Die Fans werden damit leben müssen... doch, Varg und Burzum sorgen, wie schon gesagt, ja immer wieder für Überraschungen. Was möchte Varg uns zum Abschied noch mitteilen?! "Ich bedanke mich für das Interview und das Interesse. Ich wünsche euch viel Glück und Erfolg mit dem Magazin. Heil Wotan! 666-578!"

Nach diesem langen Interview sollte jeder Leser die Person hinter Burzum, Varg Vikernes, wohl etwas genauer kennengelernt haben. Der Wunsch des Verfassers war es, einige Missverständnisse und Vorurteile aufzuklaren und aus der Welt zu schaffen. Man muss nicht mit jeder Aussage und jeder Handlung von Varg einverstanden sein, um sich trotzdem für seine Person und insbesondere seine Kunst interessieren zu können. Denn Varg hat sein eigenes Profil und seinen eigenen Charakter. Man darf sich kein Urteil über ihn erlauben, will man von seiner Persönlichkeit nichts wissen. Laut jüngsten Meldungen könnte er im Jahr 2008 aus der Haft entlassen sein. Die Geschichte von Burzum ist noch nicht zu Ende...

Autor: Hagen von Tronje (Ursprüngliches 1999) und Kris Boehmunde (Bearbeitung 2007)
(© 2007 "Ablaze" Magazin, Deutschland)



Ablaze Magazin (2007)

Ablaze Magazin (2007)

Ablaze Magazin (2007)

Ablaze Magazin (2007)

Ablaze Magazin (2007)

Ablaze Magazin (2007)

ᛉ Burzum Merchandise ᛣ

© 1991-2025 Property of Burzum and Varg Vikernes | Hosted at Majordomo | Privacy policy